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Liebe Wettenbergerinnen, liebe Wettenberger,

ich bin gerade von einem Partnerschaftsbesuch aus Zsámbék und Tök in Ungarn zurückgekehrt. Solche Reisen führen mich immer wieder zu einer Frage: Sind Städte- und Gemeindepartnerschaften noch zeitgemäß – oder stammen sie aus einer Zeit, in der Reisen über Ländergrenzen hinweg noch etwas Besonderes waren?

Meine Antwort ist eindeutig: Sie sind heute vielleicht wichtiger denn je.

Wettenberg verbindet seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit Sorgues und Grigny-sur-Rhône in Frankreich sowie mit Zsámbék und Tök in Ungarn. Als überzeugter Europäer bin ich ein großer Anhänger dieser Verbindungen. Natürlich ist Europa nicht perfekt. Nicht jede Entscheidung ist richtig, nicht jede Regelung nachvollziehbar. Aber ich bin überzeugt: Die Alternativen zu einem gemeinsamen Europa wären deutlich schlechter für uns alle.

Europa darf dabei nicht nur aus Verträgen und Institutionen bestehen. Europa lebt davon, dass Menschen sich begegnen, miteinander reden, gemeinsam feiern, diskutieren und Freundschaften schließen.

Persönliche Kontakte schaffen Verständnis füreinander. Man lernt andere Lebensweisen und Sichtweisen kennen – und stellt fest, wie vieles uns verbindet. Partnerschaften machen Europa konkret und persönlich.

Die Generation, die viele dieser Verbindungen aufgebaut und über Jahrzehnte getragen hat, wird älter. Deshalb wünsche ich mir sehr, dass es uns gelingt, wieder mehr jüngere Menschen, Familien und Vereine für unsere Partnerschaften zu begeistern.

Dafür brauchen wir neue Wege: Begegnungen von Jugendlichen, Sport- und Kulturvereinen, gemeinsame Projekte und neue Formate. Eine Partnerschaft lebt nicht von Urkunden im Rathaus, sondern von Menschen, die sie mit Leben füllen.

Mein Besuch in Ungarn hat mir erneut gezeigt: Es lohnt sich, diese Verbindungen zu pflegen. Sie schaffen Freundschaften über Grenzen hinweg – und genau davon kann Europa nie genug haben.

Beste Grüße

Marc Nees
Bürgermeister