Liebe Wettenbergerinnen und Wettenberger,
wir dürfen uns niemals an solche Nachrichten gewöhnen.
Wenn Menschen angegriffen oder getötet werden, weil sie frei leben, feiern oder sie selbst sein wollen, dann ist das nicht irgendeine Form von Gewalt. Wenn Täter aus einer islamistischen Ideologie heraus handeln, müssen wir das so benennen: islamistischer Terror.
Ich finde, wir machen es uns zu einfach, wenn wir danach nur sagen: Das hat mit Religion nichts zu tun. Natürlich ist Islamismus nicht gleich Islam. Und genauso klar ist für mich: Die überragende Mehrheit der Musliminnen und Muslime in Deutschland lebt friedlich, respektiert unsere Gesetze und ist fester Teil unserer Gesellschaft – als Nachbarn, Kollegen, Freunde, Vereinsmitglieder oder Eltern. Sie haben mit Hass, Gewalt und Terror nichts zu tun und dürfen dafür nicht in Mithaftung genommen werden.
Gerade deshalb müssen wir offen über islamistischen Extremismus sprechen. Wer unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnt und Gewalt religiös begründet, darf sich nicht hinter der friedlichen Mehrheit verstecken.
Dazu gehört auch eine hörbare Auseinandersetzung innerhalb muslimischer Gemeinden und Verbände – gegen islamistische Ideologien, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit und religiös begründete Gewalt.
Besonders Sorgen macht mir, wie einfach junge Menschen heute über soziale Medien erreicht und radikalisiert werden können. Dort treffen einfache Antworten auf komplizierte Lebensfragen. Dort werden Feindbilder geschaffen und Hass als Haltung verkauft. Wir müssen früher hinschauen und handeln.
Unser Rechtsstaat muss konsequent gegen Gefährder, extremistische Strukturen und Straftäter vorgehen. Aber wir dürfen Menschen nicht pauschal unter Verdacht stellen, nur weil sie Muslime sind.
Terroristen wollen Angst. Sie wollen Misstrauen. Sie wollen, dass wir uns gegeneinander stellen.
Genau das dürfen wir ihnen nicht geben.
Beste Grüße
Marc Nees
Bürgermeister










